Statement zu der aktuellen Vandalismusdebatte

Liebe Studierende,

wer anfang der Woche noch glaubte, dass der Umzug der Uni an den Campus Westend, die Raumprobleme des PEG oder die Lehrangebote der Uni Frankfurt ihn nicht beträfen, findet sich am Ende der Woche wieder konfrontiert mit einer in den letzten Jahren nicht gekannten Politisierung der Studierendenschaft. Niemand kommt mehr darum herum selbst Stellung zu beziehen. Das ist deutlich als großer Verdienst der demonstrierenden Studierenden festzuhalten. Jedoch lässt sich nüchtern betrachtet ebenso feststellen, dass als Ergebnis der hitzigen Diskussionen die Frankfurter Studierendenschaft so gespalten ist wie noch nie zuvor.

Schuldzuweisungen, wie es soweit kommen konnte, sind in der jetzigen Situation fehl am Platze. Allein ein Neuanfang der Gespräche zwischen Vertretern der betroffenen Studierenden einerseits und den Dekanaten sowie dem Präsidium andererseits kann die Risse, die sich aufgetan haben, wieder heilen. Darum appellieren wir an alle Beteiligten: Es muss möglich sein, die Vergangenheit ruhen zu lassen und die Einladung zu konstruktiven Gesprächen anzunehmen. Die große Mühe und einiges an Anstrengung, die nötig sind, um wieder Vertrauen aufzubauen, dürfen davon nicht abschrecken. Ein erster Schritt hierzu ist die Bereitschaft, sich erneut gemeinsam an einen runden Tisch zu setzen. Dazu rufen wir bedingungslos auf!

Gleiches gilt für die teils aus dem Rahmen gelaufenen Diskussionen zwischen Studierenden, sei es auf der Straße oder in Social Networks. Die Heftigkeit der zumeist politisch geführten Diskussionen zeigt, dass sich diese Frankfurter Studierendenschaft weit weg von jener Politikverdrossenheit befindet, die angeblich in den Köpfen unserer Generation vorherrschen soll. Doch soll hier auch klar gestellt werden: Universitäten sind Orte des pluralistischen Meinungsaustausches. Jeder hat das Recht, wenn nicht sogar die Pflicht, seine Meinung auf eine angemessene Weise darzustellen und zu verteidigen. Eine angemessene Verteidigung findet dort ihre Grenzen, wo sie die Rechte und das Eigentum anderer verletzt. Das zu akzeptieren und im Diskurs zu leben ist nicht immer einfach, aber die Grundlage einer jeden Gesellschaft, die sich als freiheitlich bezeichnet, und sollte damit erst recht auf einem Universitätscampus Lebensrealität sein.

Die Diskussion der letzten Tage hat gezeigt, dass es große Probleme auf Seiten der Studierendenschaft gibt, denen bisher nicht genug Beachtung geschenkt wurde. Über politische Grenzen hinweg sollte der Weg der Zukunft sein, gemeinsam Lösungen für unsere Kommilitoninnen und Kommilitonen im neuen PEG zu finden. Wir dürfen nicht zulassen, dass Unterschiede bezüglich des Studienganges, der Weltanschauung und der Bewertung gesellschaftlicher Vorgänge den Blick darauf trüben, dass wir eine Studierendenschaft sind, die nur dann effektiv etwas verändern kann, wenn die sie bildenden Studierenden an einem Strang ziehen. Für die nächsten Tage heißt das: Lasst uns aufhören, nur unsere Differenzen zu sehen , stattdessen unsere Gemeinsamkeiten in den Mittelpunkt stellen und lasst uns nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten.

Gez. Eure Fachschaft Rechtswissenschaft Uni Frankfurt

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