Buchrezensionen

Auf dieser Seite möchten wir Euch gerne einige Bücher vorstellen, die wir für Verlage probegelesen und auf Ihre Tauglichkeit fürs Studium hin bewertet haben.

Strafrecht Allgemeiner Teil, Die Straftat und ihr Aufbau – Wessels/Beulke/Satzger

Als eines der Standardwerke wird dieses Lehrbuch zum Strafrecht AT von Wessels, Beulke und Satzger vermutlich fast allen Studienanfängern empfohlen. Erschienen ist es beim Verlag C.F. Müller in der 45. Auflage.

Es gilt als eines der umfangreicheren Werke zum Strafrecht AT, weswegen es vor allem Studienanfängern, die sich für das Strafrecht interessieren und auch gerne einige Dinge etwas ausführlicher nachlesen wollen, zu empfehlen ist.

Die Struktur und der Aufbau des Buches ermöglichen, zusammen mit einer guten Einführung, einen raschen Einstieg in die Materie des Strafrechts. Der Reihe nach werden alle relevanten Grundlagen, die man braucht, vermittelt. Die Inhalte sind verständlich formuliert, sodass man eigentlich nie mehr als zweimal lesen muss, um etwas zu verstehen. Der Text wird durch Beispiele unterlegt, die noch mehr zum Verständnis beitragen. Die Anzahl der Beispiele ist gut gewählt. Es sind nicht zu viele und helfen auch anfangs etwas verwirrende Themen schnell zu verstehen.

Ein weiterer Vorteil dieses Lehrbuches ist es, dass man im Buch einen Code hat, um das Buch als e-book zu erhalten. Dies ist natürlich sehr nützlich, da man das Buch selbst nicht überall mit hinnehmen kann und auch schnell, mit Hilfe eines e-Reader fähigen Geräts, Sachen nachlesen kann.

Mit diesem Lehrbuch kann man letztendlich nichts falsch machen und auch wenn es vielleicht etwas umfangreicher ist, als andere Lehrbücher, sollte man sich hiervon nicht abschrecken lassen.

Vielen Dank an C.F.Müller für die Zurverfügungstellung des Rezensionsexemplars!

“Wirtschaftsstrafrecht” von Hans Kudlich und Mustafa Temmuz Oglakcioglu

Das Buch ist in der zweiten Auflage vom Februar 2014 beim Verlag C.F.Müller erschienen.

Im ersten Teil des Buchs werden Grundlagen des Wirtschaftsstrafrechts ausführlich vorgestellt. Dabei werden vor allem die Besonderheiten des Wirtschaftsstrafrechts gegenüber dem des allgemeinen Strafrechts herausgearbeitet.

Im zweiten Teil des Buchs schließen sich dann ausgewählte Urteile aus dem Wirtschaftsstrafrecht an. Dabei werden sowohl „klassische“ Urteile wie zum Beispiel das Urteil zum Lederspray oder Berliner Stadtreinigung vorgestellt, als auch „speziellere“ Problembereiche wie die Grundlagen des Außenwirtschaftsrechts thematisiert. Besonders überzeugend sind die Darstellungen der Urteile. Zunächst wird der Sachverhalt auf dem das Urteil basiert gekürzt dargestellt, daran schließt sich der Problemaufriss und die wichtigsten Schwerpunkte des Urteils an. Im Rahmen dieser Darstellung sind auch alle wichtigen Definitionen und Schemata für einen möglichen Klausuraufbau eingearbeitet.

Mit einem Preis von 27,99€ befindet sich das Buch preislich im Mittelfeld der juristischen Lehrbücher.

Durch seine Struktur und Darstellung aller klausur- und hausarbeitenrelevanten Problembereiche und Urteile, eignet sich das Kurzlehrbuch vor allem als vorlesungsbegleitende Lektüre oder Klausurvorbereitung für die Veranstaltung „Wirtschaftsstrafrecht“ im Schwerpunktbereich.

Vielen Dank an C.F.Müller für die Zurverfügungstellung des Rezensionsexemplars!

 

„Besteuerung von Unternehmen I“ von Wolfram Scheffler

Im vergangenen Semester konnte ich das Lehrbuch „Besteuerung von Unternehmen I“ von Wolfram Scheffler probelesen. Ich selbst bin fortgeschrittener Student und habe den Schwerpunktbereich im Steuerrecht fast abgeschlossen.

Tatsächlich bin ich der Überzeugung, dass sich das Lehrbuch auch nur für Studierende in diesem Studienabschnitt eignet. Die unbedingt erforderlichen Grundlagen des Steuerrechts werden in gebotener Kürze auf den ersten 20 Seiten wiedergegeben, es empfiehlt sich daher dringend, sich zunächst die Grundkenntnisse, bsp. mittels des empfehlenswerten Lehrbuchs „Steuerrecht“ von Birk/Desens/Tappe, anzueignen.

Der Aufbau geht nacheinander auf die für deutsche Unternehmen relevanten Steuerarten ein und gibt diese in praxisrelevanter und angemessener Länge wieder. Positiv fallen hierbei der übersichtliche Aufbau der Steuertatbestände und die Rechenbeispiele auf. Schade ist jedoch, dass es mit dem Aufbau des oben erwähnten Lehrbuchs zum allgemeinen Steuerrecht bricht, das immer zu Beginn eines Kapitels einen Fall stellte und diesen dann innerhalb des entsprechenden Abschnitts löste.

Nichtsdestotrotz eignet sich das Buch hervorragend für den fortgeschrittenen Schwerpunktbereich und als Vorbereitung auf Praktika bei Steuerrechtskanzleien oder – Abteilungen. Unverzichtbar scheinen jedoch wie gesagt das Vorgängerbuch zum allgemeinen Steuerrecht, sowie die Vertiefung in „Unternehmenssteuerrecht II“, ebenfalls von Wolfram Scheffler, das dann näher auf die Bilanzierung eingeht.

Arbeitet man all diese Lehrbücher durch und schaut nebenbei noch in die entsprechenden Fallbücher kann man für Schwerpunktbereich, Examen und Praxis wohl besser nicht gewappnet sein, insofern unbedingte Kaufempfehlung.

 

Klausurenkurs im Bürgelichen Recht II. Ein Fall- und Repetitionsbuch für Fortgeschrittene, 2. Auflage, Falk/Schneider

Der Klausurenkurs verspricht 15 Fälle, die bereits im Examen oder universitären Vorbereitungskursen erprobt wurden, effizient und das Verständnis vertiefend aufzubereiten.

Hierbei fällt positiv auf, dass bei dem Großteil der Fälle kein einheitlicher Lösungsweg vorgegeben sondern auf die Streitpunkte mit Wertungsspielraum hingewiesen wird. Auch werden in den Fällen denkbar viele Themenbereiche angeschnitten und die Falllösungen sind kurz und prägnant formuliert, ohne entsprechende Tiefe zu missen.

Das Verständnis zu vertiefen, schaffen die Fälle hingegen nicht. Bei einigen sind die Lösungswege schon beim ersten Lesen offensichtlich und weisen keine herausfordernden Verkettungen oder besondere Komplexität auf. Sie scheinen in diesem Sinne relativ eindimensional. Das führt zum Bruch des Versprechens, sich mit diesem Fallbuch auf das Examen gut vorbereiten zu können. Die Fälle sind ohne allzu große Schwierigkeiten von einem durchschnittlichen 4. Semester zu lösen, was lediglich an der Bandbreite von abgedeckten Rechtsgebieten liegt. Im Ergebnis schafft es der Klausurenkurs, den im Studium etwas fortgeschrittenen Studenten, ordentlich in die Materie einzuführen und Stoff aus vergangenen Semestern aufzufrischen. Ein vertiefter Einblick kann hingegen leider nicht erwirkt werden.

 

„Grundrechte, Staatsrecht II“ von Pieroth/Schlink/Kingreen/Poscher

Das Lehrbuch stellt einen guten Überblick über das Thema der Grundrechte dar. Die grobe Gliederung des Lehrbuches ist, meiner Meinung nach sehr gelungen, in drei Teilen getrennt. Es trennt die allgemeine Grundrechtslehre,die im ersten Teil behandelt wird, von den einzelnen Grundrechten im zweiten Teil des Lehrbuches, und beschäftigt sich auch in seinem dritten Teil mit der Verfassungsbeschwerde. Gewünscht hätte ich mir allerdings auch eine intensive Beschäftigung, die auch sehr kurz ausfallen kann, mit der abstrakten und der konkreten Normenkontrolle, die ja auch für die Klausur relevant sind, besonders bei den veränderten Anforderungen der Zulässigkeit beider Verfahren.

Der erste Teil versucht detailliert in die theoretischen Lehren der Grundrechte einzuführen. Dieser Versuch gelingt überzeugend, trotzdem versucht das Lehrbuch an vielen Stellen zu detailliert in das sehr theorielastige Thema einzusteigen und schaffte es damit das ein oder andere Mal mich ein wenig zu verschrecken. Allerdings stellt dies Kritik auf einem sehr hohen Niveau dar, man muss bedenken, dass dieser Teil nicht so sehr klausurrelevant ist.

Der zweite Teil ist wohl für lernende Studenten der wichtigste und stellt die einzelnen Grundrechte dar. Hier ordnet sich das Lehrbuch von Pieroth/Schlink/Kingreen/Poscher sehr gut in die Gliederung von Schutzbereich, Eingriff und Rechtfertigung ein und schafft es durchaus überzeugend das notwenige Wissen darzustellen und verknüpft dabei die Grundrechte mit kleinen Fällen, die zwar an sich das Thema greifbarerer machen, aber durch die Platzierung nur am Anfang und am Ende eines Abschnittes viel von ihrem Nutzen einbüßen. Die Integration dieser Fälle könnte also durchaus anschaulicher gestaltet sein.

Wenn man von der Kritik an den Fällen absieht findet man in diesem zweiten Abschnitt aber eine hervorragende Darstellung komplizierter Grundrechte. Der dritte Abschnitt beschäftigt sich mit der Verfassungsbeschwerde und stellt daher die Zulässigkeit und auch kurz die Begründetheit in den Mittelpunkt. Für Studenten in Hinsicht auf die Klausur sehr relevante Themen werden auch hier anschaulich und auch nicht zu ausführlich dargestellt, obwohl ich mir manchmal gewünscht hätte, dass manche Punkte noch konkreter formuliert gewesen wäre um den Stundeten eine klarerer Linie zu geben wie die Abgrenzung zur Begründetheit gestaltet werden kann in sehr theoretischen Punkten der Zulässigkeitsprüfung, wie z.B. bei dem Punkt der Möglichkeit einer Grundrechtsverletzung.

Trotz aller Kritik und im Großen und Ganzen kann man von einem sehr gelungenen Lehrbuch reden, dass die für die Klausur wichtigen Themen, außer die Normenkontrollen, sehr gut abdeckt. Wie bei allen Lehrbüchern gilt allerdings auch hier: In der Bibliothek reinlesen und selbst individuell entscheiden!

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